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>Wem gehört die Stadt?<
>Who Owns the City ?<
Performance/ Installation
2008
In summer 2008 I installed a container with a blackboard and a bank of empty beer crates on the marketplace of Halle, Germany and ask the inhabitants and visitors: Who owns the city?. The given answers I read out loud with a megaphone every hour. See the photo documentation (texts in German).
Das Internationale Theaterinstitut (ITI) fragte bei StudentInnen der Burg Giebichenstein an, ob sie künstlerische Beiträge zum Programm ESCALATORS im Rahmen des Theaterfestivals "Theater der Welt" beisteuern wollten. Ich entschied mich teilzunehmen, mit dem Wissen, dass das Festival nicht unumstritten war. Besonders die Fragen nach der Festivalisierung von Kultur und der damit verbundenen Legitimation für Kürzungen im Jahresbudget der Theater sowie das Sponsoring deuteten auf eine schwierige Auseinandersetzung in der eigenen Arbeit hin. Ich entschied mich teilzunehmen, in der Hoffnung, eine kritische Position einnehmen und vorbringen zu können.
Thematische Ausrichtung der Arbeit war der Themenkomplex "Kontrolle im öffentlichen Raum", der sich aus einer mehrjährigen Auseinandersetzung des ITI mit diesem Themenfeld ergab. Trotzdem war es auch einer gewissen Mode unterworfen.
Für mich war das Thema Kontrolle im öffentlichen Raum aber breiter als der zu dieser Zeit vorherrschende Diskurs von Video-Überwachung und Biometrie - es fing beim Stadtraum und der Stadtentwicklung an. Bei meinen Recherchen stieß ich auf verschiedenste Facetten einer in den so genannten globalen Standortwettkampf eingebetteten, die Interessen der privaten Investoren einnehmenden Stadtpolitik. Angefangen bei dem Versuch, Halle durch die Consulting-Firma Roland Berger ein Marken-Image zu verpassen bis hin zu einer Umgestaltung des Halleschen Marktes, der auf das Minimum seiner Bindungsqualität reduziert wurde und der Logik der Vertreibung Marginalisierter folgte.
In meiner Arbeit wollte ich generell die Logik eines vornehmlich wirtschaftlichen Wettkampfes und eines entfesselten Kapitalismus' infrage stellen - und die fehlende Auseinandersetzung um hierarchisierte Räume thematisieren. Deshalb habe ich den Container des ZfzK e.V. auf den Marktplatz Halles gestellt und die Frage "Wem gehört die Stadt?" an die Einwohner Halles gerichtet. Sie konnten dann ihre Antworten liefern, konnte unangenehme Antworten wegwischen und auch neue Fragen stellen. Meine Aufgabe war es, die Antworten stündlich mit dem Megaphone laut vorzulesen. Das Motto des Festivals "Komm ins Offene" sollte zurückgegeben werden an die Bevölkerung. Im Sinne einer kritischen Frage nach Partizipation und als vorgelebte Besetzung des Raumes.
Im Innern des Containers habe ich meine eigene Sicht auf das Festival und die Sponsorenaktivitäten reflektiert. Dort befanden sich Texte zu den Sponsoren der Woche und dem täglichen neu geschriebenen Angebot der Woche für das Schweinchen-Angebotsschild.
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